Samstag, 4. Mai 2013

Biken: Von Kärnten bis Oberkrain



Landschaftlich reizvoll, vom Gailtal in Kärnten über Italien nach Slowenien, hier Kranjska Gora, zu radeln oder mit dem Motorrad zu fahren. Ist das Fahrrad nicht dabei: Es lassen sich auch unterschiedlichste Räder ausleihen. (Foto/Montage: presseweller)



Mit dem Fahrrad bis zur Grenze relativ leicht / Kurven für Motorbiker


Wer im Südwesten Kärntens wie im Gailtal seinen Urlaub verbringt, kann mit Fahrrad und Motorbike schöne Touren unternehmen. So kann es zum Beispiel relativ leicht von Hermagor-Pressegger See nach Oberkrain gehen, vorläufige Endstation Kranjska Gora.
Radler steigen in Hermagor in den Gailtal-Radweg (früher Karnischer Radweg) ein, der bis nach Villach in östlicher und nach Kötschach-Mauthen in westlicher Richtung führt und insgesamt rund 90 Kilometer lang ist. Unter http://www.bickeclick.de sind verschiedene Touren beschrieben. Für Weiterfahrten besteht die Möglichkeit, auf den Drautal-Radweg zu wechseln.
Der Gailtal-Radweg führt teils an der Gail entlang, wobei hier in dieser Richtung mit dem Fluss gefahren wird. Das heißt, dass der Pedaltritt leichter ist, als gegen den Flusslauf zu fahren. Auf der Fahrt genießt man das Bergpanorama der Gailtaler Alpen im Norden und des Karnischen Hauptkamms im Süden. Schon etwa ab Nötsch liegt nördlich das mächtige Massiv des Dobratsch vor den Augen, im Südosten erkennt man bereits die Julischen Alpen in Slowenien. Nach zirka 33 Kilometer verlassen wir bei Arnoldstein den Radweg und biegen Richtung Italien, nach Tarvisio, ab, das über die normale Straße nach wenigen Kilometern erreicht ist. Der Ort ist bekannt für seinen großen Markt, aber verkehrsmäßig, mit teils engen Gassen, sehr belebt.
Jetzt müssen wir aufpassen, um dem richtigen Weg nach Slowenien zu folgen: langsam fahren und der Beschilderung folgen. Ganz so leicht wie durchs Gailtal geht es nun nicht mehr weiter, weil es eine Etage höher geht. Die Straße, die durch Dörfer führt, steigt nahezu stetig an. Erst vor der Grenze wird wieder ebene Straße erreicht. Vom Grenzort Ratece geht es relativ flach bis nach Kranjska Gora weiter, etwa 18 Kilometer von Tarvisio entfernt. Von Ratece an kann man südlich und südwestlich die beeindruckende Kulisse der nahen Julischen Alpen bewundern. Ein Abzweig ins Planica-Tal, weltbekannt für seine Skiflug-Schanzen, bietet sich an. Wir sind in Oberkrain. Nach mehrstündiger Radtour ist es ratsam, ein bisschen zu bummeln und einzukehren. Im Ort gibt es ein vielfältiges Angebot – auch an Hotels und Pensionen. 
Schließlich bieten sich von hier aus viele weitere Touren an, relativ eben durchs Savetal Richtung Ljubljana, zum Beispiel zum Bleder See; nördlich entlang der Karawanken durch Dörfer bis nach Begunje, der Heimat der früher weltbekannten Musiker „Slavko Avsenik und die Original Oberkrainer“. Wer mit dem Rad nach Herausforderung sucht, fährt von Kranjska Gora auf gut 1.600 Meter Höhe, "erklimmt" den Vrsic-Pass, oder fährt bis nach Moistrana und dort über den bis zu 20 Prozent ansteigenden Bergweg in Vrata-Tal, wo man am Ende den höchsten Berg Sloweniens, den Triglav, direkt vor Augen hat.
Wenn es stattdessen aber bald schon wieder relativ leicht zurückgehen soll, empfehlen wir, den selben Weg wie auf der Hinfahrt zu nehmen. Im Gailtal kann man dann die Rückstrecke bis Hermagor bequem mit der Gailtalbahn zurücklegen. Sowohl im Gailtal als auch in Kranjska Gora kann man Räder ausleihen. Rund um Kranska Gora und Tarvisio sind ebenfalls verschiedene Radwege angelegt, auf italienischer Seite teils sehr ausgebaut über alte Bahnstrecken!

Kurven fürs Motorbike

Mit dem Motorrad nutzt man im Gailtal die Bundesstraße. Wenn Kurven erwünscht sind, empfehlen wir, hinter Nötsch nicht den Gailtalzubringer nach Arnoldstein zu nutzen, der auch vignettenpflichtig ist, sondern die normale Straße über Feistritz durch die Dörfer zu nehmen. Das ist beschaulich und fahrtechnisch interessanter. Ab Arnoldstein kann nun die Radroute über Tarvisio gefahren werden. Auf der Strecke Richtung Ratece lohnt ein Abstecher hoch zu den rechts abzweigenden Fusine-Seen.
Alternativ bietet es sich an, die Gailstraße bis etwa Pöckau beziehungsweise bis zur Abfahrt Wurzenpass weiter zu fahren. Der führt kurvig und teils sehr steil bergauf und dann wieder bergab nach Podkoren und weiter nach Kranjska Gora, von Hermagor rund 55 Kilometer.
Soll die Rücktour nicht gleich verlaufen, bietet sich als Alternative an, über den Vrsic-Pass mit seinen zahlreichen Kehren und der steilen Abfahrt über Trenta ins schöne Soca-Tal zu fahren, weiter Richtung Bovec bis zum Abweig Predil-Pass / Italien. Die Passstraße, Grenze auf der Höhe, führt am Mangart vorbei. Nach dem Passende wieder Richtung Tarvisio. Diese Tourvariante ist landschaftlich ebenfalls sehr reizvoll. (presseweller)

Hinweis: Alle Kilometerangaben Zirka-Werte. Zu Befahrbarkeit und Witterung informiert man sich jeweils aktuell. Motorradfahrer sollten die jeweiligen Verkehrsvorschriften beachten, da die Bußgelder teils erheblich höher als in Deutschland ausfallen. Unter anderem im Gailtal gibt es Hotels und andere Unterkunftsbetriebe, die sich auf Zweiradfahrer eingestellt haben. 

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